Jede:r Dritte ist schon Mal zurück zum ehemaligen Arbeitgeber. Eine Umfrage der Jobplattform Indeed über Appinio hat ergeben, dass rund 39 Prozent der 1.000 Befragten zwischen 16 und 65 Jahren einen Wiedereinstieg bei vorherigen Arbeitgebern vorstellen kann. Fast ein Drittel hat dies bereits gewagt. Davon waren 17 Prozent in gleicher Position wieder eingestiegen, 13 Prozent in einer höheren Position und fünf Prozent in einer niedrigeren Position. 

Diese Zahlen sind nur ein Argument für ein wertschätzendes Offboarding gegenüber Eurer ausscheidenden Mitarbeiter:innen. HR lebt von menschlichen Beziehungen. Kein Grund also, ab dem Zeitpunkt der Kündigung die menschliche Komponente, offene Kommunikation und ein freundschaftliches Miteinander zu vergessen. 

Die Bedag Informatik AG ist noch einen Schritt weiter gegangen und verabschiedet ihre Kolleg:innen mit einem ganz besonderen Geschenk: Einem Comeback-Ticket! Nicht nur an der Tatsache, dass es dieses Return Ticket für ausscheidende Mitarbeiter:innen gibt, auch die Art und Weise, wie der Artikel geschrieben ist, zeigt uns: Die haben’s verstanden. Lasst uns Mitarbeiter:innen nach einer Kündigung behandeln als stünden sie vor einer großen Reise. 

Warum ist ein wertschätzendes Offboarding wichtig? 

Mit einem wertschätzenden Offboarding legt Ihr den Grundstein für eine aufrichtige Beziehung auch nach einer Kündigung. Es trägt dazu bei, dass die Mitarbeiter:innen ein positives Bild von Eurem Unternehmen und Euch als Arbeitgeber behalten und ggf. sogar weiterempfehlen. Zudem zeigt ihr damit, dass Ihr Euer Gegenüber und seine Leistungen während Eurer Zusammenarbeit schätzt. 

Wie kann man ein wertschätzendes Offboarding gestalten? 

Planung und Vorbereitung 

Eine gute Planung und Vorbereitung sind der Schlüssel zu einem erfolgreichen Offboarding. Legt fest, wer für das Offboarding verantwortlich ist und welche Schritte durchgeführt werden sollen. Nehmt die Vorgesetzten der Mitarbeiter:innen mit ins Boot und stellt sicher, dass jede:r alle notwendigen Informationen hat. Der oder die Mitarbeiter:in sollte nach der Kündigung genau wissen, wie die letzte Zeit im Unternehmen abläuft. 

Abschiedsgespräch 

Ein Abschiedsgespräch ist eine wichtige Möglichkeit, Eurem Mitarbeitenden Wertschätzung entgegenzubringen und zu zeigen, dass er geschätzt wurde. Sorgt für ein offenes Gespräch und nehmt das Feedback auch an. Gründe für eine Kündigung können euch intern jede Menge Verbesserungspotenzial bieten. Nehmt eine Kündigung nicht persönlich!  

Wissenstransfer 

Stellt sicher, dass der Mitarbeiter alle notwendigen Informationen hat, um seine Arbeit an einen anderen Mitarbeiter übergeben zu können. Im Optimalfall gibt es bereits definierte Prozesse, wie Ihr Euer Wissensmanagement handelt. Denkt dabei an alle relevanten Unterlagen und Passwörter. Es hilft dem ausscheidenden Mitarbeiter, sicherzustellen, dass er alle laufenden Projekte erfolgreich abschließen kann. 

Der letzte Tag 

Wenn Ihr schon Mal den Job gewechselt habt, kennt Ihr sicherlich das merkwürdige Gefühl am letzten Arbeitstag. Niemand mag heimlich aus dem Büro schleichen. Zeigt Eurem Kollegen, dass Ihr an diesem Tag für ihn da seid. Das kann ein kleines Get Together sein, bei dem Ihr als HR oder das Team ein Abschiedsgeschenk überreicht. Wie auch schon beim Abschlussgespräch: Der Mitarbeiter hat Leistung für Euer Unternehmen eingebracht – stellt sicher, dass er sich dafür auch wertgeschätzt fühlt. Bezieht dabei auch das ganze Team des Mitarbeiters ein. 

Wie wirkt sich ein wertschätzendes Offboarding auf das Unternehmen aus? 

Ein wertschätzendes Offboarding hat viele Vorteile für Euch. Zum einen kann es dazu beitragen, dass der Mitarbeiter trotz Kündigung loyal bleibt, Euch in guter Erinnerung behält und das Unternehmen weiterempfiehlt. Und die Türen für eine Rückkehr gegebenfalls offen bleiben. 

Zum anderen zeigt ein gutes Offboarding auch Euren anderen Kolleg:innen, dass Menschen hier wertgeschätzt werden.  

Fazit 

Insgesamt ist ein wertschätzendes Offboarding eine wichtige Möglichkeit, Euer Bild als Arbeitgeber zu formen. Indem Ihr die Beziehungen mit ehemaligen Kolleg:innen positiv gestaltet, sorgt ihr dafür, dass sie Euch auch positiv in Erinnerung behalten. Und das kann in einer hilfreichen Mitarbeiterempfehlung oder sogar in einer Rückkehr des Ehemaligen enden. 

Veröffentlicht von Jan Hawliczek

Jan Hawliczek ist Recruiting-Experte, Trainer und Keynote Speaker für modernes Recruiting, Active Sourcing sowie den Einsatz von KI und Technologie im HR. Er ist Gründer von Die Grüne 3 – einer Recruiting Academy und einem Partner für Active Sourcing as a Service. Seit den frühen Anfängen des Active Sourcings beschäftigt er sich bereits seit 2010 intensiv mit Social Recruiting, Talent Acquisition und digitalen Recruiting-Strategien. Mit Die Grüne 3 unterstützt er Unternehmen dabei, Talente aktiv zu identifizieren und zu gewinnen – durch Active Sourcing as a Service sowie praxisnahe Trainings und Weiterbildungen im Recruiting. Als Recruiter und Trainer arbeitet Jan Hawliczek eng mit Unternehmen und Recruiting-Teams zusammen, um moderne Methoden der Talentgewinnung zu vermitteln – von Active Sourcing über LinkedIn Recruiting bis zum Einsatz von KI im Recruiting. Seine Erfahrung gibt er in Trainings, Workshops und Keynotes auf HR-Events und Konferenzen weiter. In seinen Beiträgen schreibt Jan über Recruiting-Strategien, Active Sourcing, LinkedIn im Recruiting, HR-Technologie und Entwicklungen am Arbeitsmarkt. Sein Ziel ist es, komplexe Recruiting-Themen verständlich zu erklären und Unternehmen praxisnahe Ansätze für eine erfolgreiche Personalgewinnung zu vermitteln.

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